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29.11.2014

Rezension: Ach wie gut, dass niemand weiß... - Alexa Henning von Lange





Titel: Ach wie gut, dass niemand weiß...
Autor: Alexa Henning von Lange
Verlag: cbt
Reihe: Nein
ISBN: 978-3-570-16284-2
Sprache: Deutsch

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Inhalt:


Reibungslos, so soll das Leben von Sina, Tochter eines Staatsanwalts, verlaufen. Da passt ein aalglatter Schwiegersohn in spe wie Jean perfekt - jedenfalls für Sinas Eltern. Doch dann verändert ein einziger Abend Sinas ganzes Leben: Als ihre Freundinnen von den Jungs einer Gang angegriffen werden, ist es ausgerechnet einer der Täter, der Sina in letzter Minute rettet. Noah, so heißt der Junge, will Sina unbedingt wiedersehen und steigt sogar heimlich in die Villa ihrer Eltern ein, nur um mit ihr zu reden. Trotz allem, was zwischen ihnen steht, verlieben sich die beiden mit Haut und Haaren. Doch niemand darf von ihren heimlichen Treffen wissen! Und so beginnt ein Spiel mit dem Feuer, in dem plötzlich nichts mehr ist, wie es scheint ... [Quelle: Verlag]

Meine Meinung:


Ich bin an das Buch mit gemischten Gefühlen ran gegangen. Einerseits wollte ich es unbedingt lesen, da die Inhaltsangabe so spannend klingt und das Cover auch so wunderschön ist. Andererseits habe ich von dem Buch bisher noch keine wirklich positive Rezension gelesen nur durchwachsene oder gar ganz negative. Das ist auch der Grund, warum ich es mir schließlich nur aus der Bücherei ausgeliehen und nicht gekauft habe – dadurch konnte ich im Endeffekt ja nichts verlieren, sollte es mir nicht gefallen. Nur um das schon mal vorweg zu nehmen, ihr bekommt auch von mir keine durchweg positive Rezension.

Aber fangen wir mit dem Positiven an. Zunächst einmal lässt es sich wirklich sehr schnell lesen. Laut ReadTracker habe ich für die knapp 400 Seiten nur 3 Stunden und 48 Minuten gebraucht, was für mich definitiv außergewöhnlich schnell ist. 
Das liegt zum einen an dem sehr jugendlich und einfach gehaltene Schreibstil der Autorin, der sich wirklich wie nichts weglesen lässt. Nur wenn sie mehrere Fragen die Protagonistin in Gedanken hintereinander hat stellen lassen, hat das etwas den Lesefluss gestört. Teilweise ist der Schreibstil aber auch gezwungen jugendlich, sodass es für mich eher krampfhaft gewirkt hat, als tatsächlich so, wie meine Altersgenossen denken würden. 
Auch ist die Handlung nie wirklich langweilig. Die Spannung steig immer weiter an, bis sie bei circa der Hälfte des Buches ihren absoluten Höhepunkt erreicht, dort dann kurz bleibt und anschließend wieder langsam fällt, aber bis zum Ende nicht ganz verschwindet. 
Mit der Liebesgeschichte hatte ich allerdings so meine Probleme. Ich fand sie einfach nicht realistisch. Nur weil man sich kurz mal getroffen und sich einmal unterhalten hat, kann man doch noch lange nicht von Liebe sprechen! Man ist vielleicht verknallt, hegt romantische Gefühle, aber Liebe so aus dem nichts ist schlichtweg nicht nachvollziehbar. Ich würde sie sogar als Instalove bezeichnen – ein absolutes No-Go! Die ganze Zeit wartete ich auf richtige Gefühle – und wurde bis zum Ende warten gelassen. Meines Erachtens hätte sie einfach viel mehr Zeit benötigt, um sich wirklich gut entwickeln zu können. Dann hätte ich die Liebesgeschichte der Autorin auch abgenommen.
Darüber hinaus sind die Gespräche, die geführt werden, öfters wirklich gekünstelt, wieder krampfhaft jugendlich, was schlichtweg nicht nötig gewesen wäre. Nur weil man ein Jugendbuch schreibt, muss man es ja noch lange nicht übertreiben. Ich kam mir teilweise wirklich ein wenig veralbert vor, was definitiv kein Spaß gemacht hat!
Dahingegen finde ich, dass die Protagonisten wirklich gut gezeichnet sind. Man findet realistische, facettenreiche Charaktere, über die zu lesen viel Spaß macht. Dabei hat mir nicht die Protagonistin Sina am besten gefallen, die übrigens auch sehr sympathisch ist. Nein, am meisten gefallen hat mir ihr Vater, der kalte Staatsanwalt, der keine Gefühle zeigt. Doch gekonnt schafft die Autorin, das Bild immer wieder aufzurütteln. Ab und an streut sie kleine Hinweise auf seine echten Gefühle, die einen stärker Berühren als Sinas und Noahs Liebesbekundungen, da sie schlichtweg viel echter sind. 
Am Ende kommt leider noch einmal ein kleiner Dämpfer. Plötzlich bleibt die Autorin der klaren Linie ihrer Geschichte nicht mehr treu. Es gibt ein ständiges Hin und Her, das mir nach einiger Zeit wirklich auf die Nerven gegangen ist und – meines Erachtens – zudem auch noch vollkommen sinnlos ist.

Mein Fazit:


Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass ich „Ach wie gut, dass niemand weiß...“ jetzt sicherlich nicht zu meinen Lieblingsbüchern zählen kann, obwohl ich es regelrecht verschlungen habe. Denn Instalove geht für mich gar nicht, genauso wie das gekünstelt jugendliche, dass mich als Jugendliche einfach nur den Kopf schütteln hat lassen. Würde ich es als empfehlen? Nur bedingt. Wenn ihr ungefähr in meinem Alter seid - also zwischen 15 und 17 – dann könnte es etwas für euch sein. Allen Älteren würde ich aber vom Lesen eher abraten. 

Meine Bewertung:



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